Ehrenamt und Gremien

Altenheime buhlen um "Bufdis"

Bundesfreiwilligendienstler und andere freiwillige Helfer gesucht

Foto: Altenpflegeheim St. JB Rietberg

KREIS GÜTERSLOH. "Zivis" waren gestern - seit Juli 2011 gibt es die "Bufdis". Diese launig klingende Abkürzung steht für "Bundesfreiwilligendienstler". Der Freiwilligendienst ersetzt den Zivildienst, der mit Abschaffung der Wehrpflicht entfallen ist. Und um Menschen, die freiwillig im sozialen und pflegerischen Bereich arbeiten wollen, werben nun die Häuser des Vereins katholischer Altenpflegeeinrichtungen (VKA e.V.) im Kreis Gütersloh. Nicht nur die Senioreneinrichtungen profitieren – auch die Freiwilligen. Sie sammeln Erfahrungen, die beruflich und in menschlicher Hinsicht prägend sein können.

Bei ihrem Werben um Freiwillige haben sich die VKA-Einrichtungen für eine gemeinsame Kampagne entschieden. Beteiligt sind die Seniorenwohnheime in Herzebrock (St. Josef), Langenberg (St. Antonius), Rheda (St. Elisabeth), Rietberg (St. Johannes Baptist), Rietberg-Neuenkirchen (Haus Margareta) und Wiedenbrück (St. Aegidius). Sie suchen „Bufdis“ - aber auch sonstige Freiwillige, die sich während ihrer Freizeit in der Betreuung alter Menschen engagieren wollen.

„Das Neue am Bundesfreiwilligendienst ist", so Lorenz Moos (Leiter von St. Josef Herzebrock), „dass man sich unabhängig vom Alter engagieren kann. Darin sehen wir für uns, aber auch für die Freiwilligen eine große Chance.“ Frührentner finden nach Ausscheiden aus dem Berufsleben als „Bufdis“ eine neue Aufgabe. Wiedereinsteiger gewöhnen sich nach der Familienpause wieder an den Berufsalltag. Und junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen, können sich im sozialen Bereich ausprobieren. Nach Worten von Hubert Löbbecke (Leiter St. Johannes Baptist Rietberg) wird die Freiwilligenarbeit in einem Zeugnis bescheinigt. „Das ist bestimmt eine gute Referenz für den weiteren Berufsweg“, ist sich Löbbecke sicher. Nach sozialem Engagement wird in Bewerbungsgesprächen immer öfter gefragt.

Eingesetzt werden sollen die „Bufdis“ in ähnlichen Bereichen wie bisher Zivis: Hausmeistertätigkeiten, Essensausgabe, Begleitung der Senioren oder Fahrdienst. Und das sind die Modalitäten: Die Regeldauer für den Bundesfreiwilligendienst beträgt ein Jahr, maximal 24 Monate. Menschen bis zum Alter von 26 Jahren arbeiten in Vollzeit (39 Wochenstunden), ab einem Alter von 27 Jahren kann auf sechs Monate und auch auf Teilzeit reduziert werden (20 Stunden). Hubert Löbbecke und Lorenz Moos: „Die Bufdis bekommen maximal 330 Euro monatlich als Taschengeld.“ Es muss nicht versteuert werden, wenn weitere Einkünfte nicht zur Überschreitung des Freibetrags führen. Lorenz Moos: „Außerdem sorgen wir für Unterkunft oder Verpflegung. Das wird mit dem Bewerber verhandelt.“ Die VKA-Häuser suchen nicht nur „Bufdis“, sondern auch freiwillige Helfer, die sich neben ihrem sonstigen Einkommen oder als Schüler und Studenten steuerfrei ein paar Euro dazu verdienen wollen. Maximal 175 Euro Aufwandsentschädigung winken demjenigen, der bereit ist, zwischen fünf und zehn Stunden pro Woche in den VKA-Senioreneinrichtungen zu arbeiten. Laut Lorenz Moos ähnelt diese „Betreuungspauschale“ rein steuerrechtlich der „Übungsleiterpauschale“ bei Sportvereinen. Bedingung sei jedoch, dass die Helfer im Bereich Pflege und Betreuung eingesetzt werden. „Beim Essenreichen etwa werden immer helfende Hände gebraucht“, betont Moos.

Wer sich für den Bundesfreiwilligendienst oder die sonstige freiwillige Arbeit in den Altenpflegeeinrichtungen des VKA interessiert, kann sich hier informieren:

  • Lorenz Moos (für St. Josef Herzebrock, St. Aegidius Wiedenbrück und St. Elisabeth Rheda ) Tel. 05245/84 180, josef.herzebrock@vka-ev.de.
  • Hubert Löbbecke (für St. Johannes Baptist Rietberg, Haus Margaretha Rietberg-Neuenkirchen und St. Antonius Langenberg), Tel.05244/9 73 180, johannes.rietberg@vka-ev.de.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Kirchenzeitung Der Dom.