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Bei Anruf Wärme

Gelungenes Beispiel für Klimaschutz im Pastoralen Raum Stockkämpen

Wie kann ein bestmöglicher Komfort gewahrt werden, ohne unnötig Energie zu verbrauchen? Diese Frage stellte sich Franz Ziesché (61) als ehrenamtliches Mitglied des Kirchenvorstandes des Pastoralverbundes Stockkämpen, als er 2015 das Energiegutachten für das Pfarrheim OASE in Halle einsehen konnte. Er gab sich folgende Aufgabenstellung: das Leerstände in ungenutzten Zeiten nicht zu heizen und trotzdem sicherzustellen, dass bei Veranstaltungen eine angenehme Temperatur in den Räumen herrscht.

„Die Heizung war für ein normales Wohnhaus eingestellt: von 6 bis 22 Uhr an sieben Tagen auf Betrieb“, erinnert sich Franz Ziesché. „Und diese Einstellungen waren nach dem Belegungsplan einfach nicht erforderlich.“ Er sammelte dann die Termine der Gruppen, Verbände und Gremien im Pfarrheim und erarbeitete einen Nutzungsplan.

Seit 2007 ist Franz Ziesché im Kirchenvorstand der Herz-Jesu-Gemeinde für die Bereiche Sicherheit und Technik zuständig. Sein Beruf qualifiziert ihn für diese Aufgaben. Vor 22 Jahren zog Ziesché aus beruflichen Gründen nach Ostwestfalen. Der Dipl.-Ing. Elektrotechniker arbeitete als Entwicklungsingenieur für Hard- und Software bei einer großen Firma. Seit ein paar Jahren kümmert er sich im „Paperwork-Bereich“ um Juristisches, Normen und Zulassungen.

Ressourcen schonen – Schöpfung bewahren

„Ressourcen schonen – Schöpfung bewahren“, war schon immer sein Lebensmotto und passt zu seiner katholischen Grundeinstellung. Der verheiratete Familienvater schloss sich nach seinem Umzug nach Halle schnell dem Pfarrgemeinderat an, sah seine Qualitäten dann aber doch besser im Kirchenvorstand aufgehoben. Das Energiegutachten ließ ihm keine Ruhe. „Den Nutzungsplan habe ich versucht auf die Schaltuhr der Heizungsanlage umzusetzen, doch eigentlich war dies nicht so erfolgreich. Denn der Faktor Flexibilität war nicht einberechnet“, so Franz Ziesché.

Einschalten via Telefon

Der Elektrofachmann erinnerte sich an Systeme, die Vermieter von Ferienwohnungen benutzen, die nicht vor Ort am Urlaubsort wohnen. So wurde die Idee der nutzergesteuerten Umschaltung des abgesenkten Nachtbetriebs auf den Tagbetrieb war geboren. „Dabei habe ich keinen Eingriff an der Heizungsanlage vorgenommen oder eigenwillig herumgebastelt, sondern ein Modul der Heizungsfirma genutzt und an die Schaltung angeschlossen“, erklärt Franz Ziesché. Die Folge: Die Heizung lässt sich per Telefonanruf steuern.

Daher erhielt die Heizung ein Zusatzmodul, mit dem der Tagbetrieb mit einem potentialfreien Kontakt oder Schalter ausgelöst werden kann. Dazu kam die eigentliche Nutzersteuerung, die im Wesentlichen aus einem Netzteil und dem Zeitrelais für die Nutzungszeit besteht. Zum  Auslösen der Nutzungszeit per Telefon wurde noch ein GSM-Modul benötigt.

„In den letzten eineinhalb Jahren hat sich das System gut eingespielt“, ist Ziesché zufrieden, wenngleich Feinarbeiten das Projekt immer wieder aufbessern. Benutzer des Pfarrheims können nun auf zwei Arten einen Vier-Stunden-Tagbetrieb auslösen. Entweder kann die Heizungsanlage im Pfarrheim selbst mittels der Telefonanlage eingeschaltet werden oder über das Funkmobilnetz, wenn man sich zuvor registriert hat. „42 Frauen und Männer nutzen dieses System bereits“, freut sich Ziesché über die Akzeptanz.

Beispiel: Wer um 16 Uhr ein Treffen in einem Raum des Pfarrheims hat, kann beispielweise um 15 Uhr die „OASEn-Heizungs-Telefonnummer“ anrufen und erwartet eine Stunde später eine wohlige Temperatur im Sitzungszimmer.

Dafür bekam die Gemeinde von Generalvikar eine Urkunde und einen Geldpreis.

Text: Pressestelle des Erzbischöflichen Generalvikariates