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Forschungsprojektes zur religiös-theologischen Erwachsenenbildung

Bildung ist ein wichtiger Bestandteil der Verkündigung. Oft merken Anbieter religiöser Bildungsarbeit allerdings, wie schwierig es ist, Zielgruppen mit passenden Themen zu erreichen.

Anfang Dezember 2018 stellte Prof. Faulde von der Katholischen Hochschule, Abt. Paderborn die Ergebnisse des zweijährigen Forschungsprojektes zur religiös-theologischen Erwachsenenbildung vor.

Dazu eingeladen hatte die kefb Bielefeld sowie das Dekanatsbüro Rietberg-Wiedenbrück. Beide Organisationen hatten das Forschungsprojekt entwickelt und während der Projektphase tatkräftig unterstützt.

Welche biographischen Übergänge und kritischen Lebensereignisse beschäftigen die Menschen,  und welche Beiträge kann religiöse  Erwachsenenbildung zur Lebensbewältigung leisten? so die beiden Grundfragen der Untersuchung. Dabei ergab sich ein bunter Reigen an Ergebnissen.
So ist religiös-theologische Bildungsarbeit zunächst weiblich und findet vor allem in der Lebensphase zwischen 50 und 70 Jahren statt. Besucher an religiösen Veranstaltungen  suchen Antworten auf Fragen zukünftiger familiärer Kommunikation bedingt durch räumliche Entfernungen/gesundheitlicher Einschränkungen zu den eigenen Kinder, Freunden und Bekannten. Sie suchen aber ebenso Antworten auf Fragen zur Weitergabe des Glaubens und erwarten Hilfe in existentiellen Lebensfragen von Tod, Leid und Auferstehung. Letzteres schrieben auch Passanten bei den Bürgerbefragungen der Kirche als wesentliches Bildungsthema zu, wenngleich die studentischen Hilfskräfte dabei häufiger persönliche Enttäuschungen mit der Kirche zu hören bekamen. Die Befragung des pastoralen Personals zeigte auf, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Kath. Erwachsenen- und Familienbildung noch gesteigert werden kann.

In Kindertageseinrichtungen wurde verstärkt die Vermittlung von Werten und Normen in der Erziehung thematisiert; ebenso warf die Befragung die Fragestellung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf. Auch dort ergaben sich Fragen nach dem Tod und der christlichen Auferstehungsbotschaft wenn bspw. Kleinkinder nach dem Tod der Großeltern Fragen nach dem Warum und Wo aufwerfen.

In Seniorenheimen stellt Angehörige die Finanzierung der Pflege vor ein moralisches Dilemma. Aber ebenso der Umgang mit den alten Eltern kann ein Thema vor Ort sein.

Prof. Faulde sah eine Vielzahl an Anknüpfungspunkten für eine zukünftige religiös-theologische Bildungsarbeit. So sollten „die konkreten Lebenserfahrungen der Menschen in verschiedenen Altersphasen den unmittelbaren Ausgangspunkt religiöser Erwachsenenbildung darstellen, denn die christlich-jüdische Tradition verfüge über ein umfassendes Lebenswissen, das Hilfen zum Gelingen des Menschseins und zum Zusammenleben in der Gesellschaft biete.

Religiöse Erwachsenenbildung könne einen entsprechenden Kommunikationsraum bereitstellen und darüber hinaus Reflexionsimpluse zur individuellen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Werten und Normen anbieten. Religiöse Erwachsenenbildung in kath. Trägerschaft sei eingebunden in die kath. Kirche und gleichzeitig ein Teil des kommunalen Gemeinwesens in Städten und Dörfern. Daher sei eine gezielte Vernetzung und Kooperation vor Ort eine unverzichtbare Strategie moderner Erwachsenenbildung.“

Diese und weitere Thesen wurden abschließend von den Anwesenden Bildungsprofis diskutiert und besprochen. Dabei waren sich die Anwesenden einig, dass eine gelingende religiös-theologische Bildungsarbeit heutzutage vor allem in einer Geh Hin Struktur, und in vernetzten Bezügen besteht.

Matthias Stumpe (Dekanatsreferent Rietberg-Wiedebrück) und Stephan Polle (Leiter der kefb Bielefeld), waren am Ende des Tages zufrieden. „Wir haben eine Vielzahl an Hinweisen zur Weiterarbeit erhalten. Diese Chance wollen wir in den nächsten Monaten ergreifen“, so Stephan Polle.

Foto: Copyright kefb Bielefeld, v.l.n.r: Das Projektteam Prof. Joachim Faulde (Katho Paderborn), Matthias Stumpe (Dekanatsreferent Rietberg-Wiedebrück) und Stephan Polle (Leiter der kefb Bielefeld)

Stichwort Forschungsprojekt „Bildungsarbeit, im Rahmen religiös-theologischer Veranstaltungen“

Das Forschungsprojekt wurde in Kooperation zwischen der kefb Bielefeld und dem Dekanat Rietberg-Wiedenbrück konzipiert und durchgeführt. Es hatte zum Ziel, Strategien, Formen und Inhalte einer zeitgemäßen religiös-theologischen Erwachsenenbildung zu identifizieren, und diese evtl. milieuspezifisch anzubieten. Als Projektpartner konnte die Katholische Hochschule, Abt. Paderborn, gewonnen werden.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden mehrere hundert Einzelbefragungen durchgeführt. Zielgruppen der Befragungen waren Teilnehmer an religiösen Bildungsmaßnahmen, Priester, Diakone und Gemeindereferenten, Bürger in den Fußgängerzonen von Bielefeld, Minden und Gütersloh, ebenso wie MitarbeiterInnen in Kindertageseinrichtungen und Leitungsverantwortliche in kirchlichen Seniorenzentren. Das Projekt war auf zwei Jahre ausgelegt, und wurde durch die Stiftung „Bildung ist Zukunft“ finanziell unterstützt.


 kefb Bielefeld Tel.: 0521 528152-0; E-Mail: bielefeld@kefb.de